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Die Regelmäßigkeit des Unregelmäßigen

Jeder kennt sie, die Geißel der deutschen Sprache, das Verderben eines jeden Deutschlernenden: unregelmäßige Verben. Wir haben eine ganze Menge davon. Verben, die ihren Stamm verändern, wenn sie ins Tempus der Vergangenheit gesetzt  werden. Da wären zum Beispiel: ich lese, aber ich las, wir gehen, aber wir gingen, Ihr genießt, aber Ihr habt genossen usw. usf.

Es gibt viele weitere Fälle. Viele Formen des Präteritums und viele Partizipien, die zur Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt benötigt werden, sind unregelmäßig oder weisen sogar völlig eigene Formen auf (ich bin, ich bin gewesen, ich war). Schön und gut, für Muttersprachler des Deutschen kein Problem und eine Selbstverständlichkeit. Für Lernende allerdings nicht.

Nun gibt es aber den Fall, dass deutsche Muttersprachler eine unregelmäßige, gar nicht existierende Form verwenden, wo es gar nicht nötig ist. Kein Wunder, bei der Anzahl der Unregelmäßigkeiten, aber trotzdem falsch. Die Devise hört sich dann wohl so an:"So viel ist unregelmäßig, da wird's das ja wohl auch sein, hört sich außerdem auch besser an." Die Begründung "hört sich besser an" ist die dümmste, haltloseste und primitivste aller Zeiten.

Paradebeispiele dafür sind die Verba "winken, kreischen" und "niesen". Ich höre ständig "ich hab gewunken, Du hast gekrischen, er hat genossen".

Die Partizipform II von "winken" lautet "gewinkt", ebenfalls heißen die Formen des Präteritums: ich winkte, Du winktest, er winkte, wir winkten, Ihr winktet, sie winkten. Es besteht kein Grund, die Form mit "u" zu verwenden. Das Ganze dürfte aber leider unauslöschlich in die Umgangssprache eingebrannt sein. 

Thema kreischen:  Auch hier der gleiche Fall: regelmäßig! Partizip II: gekreischt, Präteritum: ich kreischte, Du kreischtest, er kreischte, wir kreischten, Ihr kreischtet, sie kreischten.

Niesen ist ein ganz lächerlicher Kandidat: Wie kommt man bitte von "niesen" auf "genossen"? Soll es "ich noss" heißen? Großer Blödsinn. Außerdem ist das Partizip II "genossen" schon von "genießen" belegt. Es heißt also auch im Präteritum: ich nieste, Du niestest, er nieste, wir niesten, Ihr niestet, sie niesten.

Zum Schluss: Man sollte nicht überall die Unregelmäßigkeit sehen, auch im Deutschen gibt es sowas wie Regeln und die damit verbundene Regelmäßigkeit.

Prost,

25.7.07 12:22
 


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